Zahnärztlich

Zahnfleischentzündung – Gingivitis identifizieren und adäquat behandeln

Zahnfleischentzündung

Bei der Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, handelt es sich um eine akute oder chronische Infektion des Zahnfleisches. Die Ursache ist stets eine bakterielle Entzündung. Zahnfleischentzündungen können aus verschiedenen Ursachen resultieren, darunter unzureichende Zahnpflege, Zahnfleischverletzungen, genetische Prädisposition sowie Konsum von Alkohol und Nikotin. Als erste Zeichen treten oft ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch auf. Das Zahnfleisch kann ebenfalls bluten, was auf eine Zahnfleischentzündung hinweist.

Zahnfleischentzündung – Unzureichende Mundpflege

Zahnärzte empfehlen, die Zähne mindestens zweimal täglich zu putzen, um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen. Darüber hinaus sollte auf eine angemessene Mundhygiene geachtet werden. Der Zahn muss von Speiseresten gereinigt werden, da sich sonst die im Mund befindlichen Bakterien davon ernähren können. Auch die Pflege der Zahnzwischenräume, die viele Menschen vernachlässigen, ist unerlässlich. Ohne Zahnreinigung entsteht aus Essensresten, Bakterien und Speichel Plaque. Diese Plaque ist schädlich und muss entfernt werden.

Aber Vorsicht: Auch eine übertriebene Zahnpflege kann Zahnfleischentzündungen verursachen. Wunden im Zahnfleisch stellen einen idealen Nährboden für Bakterien dar.

Schubhafte oder chronische Entwicklung?

Wie bereits erwähnt, variiert die Entzündung zwischen dem akuten Status und dem chronischen Verlauf. Wenn eine akute Entzündung über 7 Tage anhält, wird sie als chronische Entzündung bezeichnet.

Die akute Zahnfleischentzündung erscheint plötzlich und tritt meist am Rand des Zahnfleisches auf. Sie ist schmerzfrei und heilt in der Regel ohne medizinische Intervention. Die tägliche Mundhygiene ist dabei von großer Bedeutung. Hierzu zählen das Zähneputzen, die Säuberung der Zahnzwischenräume sowie das Spülen mit einer antibakteriellen Mundspüllösung.

Zur Erinnerung:

  • Gesundes Zahnfleisch ist rosa, sitzt fest am Zahn und blutet nicht.
  • Entzundetes Zahnfleisch ist rot, geschwollen und kann bluten. Viele Betroffene berichten von Mundgeruch, ausgelöst durch die vielen Bakterien im Mund. Bei Fieber, Schmerzen und Abgeschlagenheit empfehlen wir sofort einen Arzt aufzusuchen.

Auf welche Weise kann ich eine Zahnfleischentzündung behandeln?

Auch wenn Schmerzen auftreten, sollte eine regelmäßige Zahnreinigung weiterhin durchgeführt werden. Des Weiteren die Zahnflächen gründlich reinigen und von Zahnbelag befreien. Wenn Sie bereits an einer akuten Zahnfleischentzündung leiden, raten wir zu einer weichen Bürste, um den Bereich nicht zusätzlich zu reizen. Zahnseide oder Interdentalbürsten sind gute Hilfsmittel, um auch den Zahnzwischenraum zu berücksichtigen. Nach dem Vorgang kann der Mund mit einer antibakteriellen Mundspülung ausgespült werden.

Der Besuch beim Zahnarzt

Wenn die Entzündung trotz Reinigung und Spülung nicht abklingt, sollte spätestens jetzt ein Zahnarzt aufgesucht werden. Er kann die Zähne professioneller reinigen und tiefer sitzende Plaque besser beseitigen. Hartnäckige Beläge haben so keine Möglichkeit, weiteren Schaden zu verursachen. Daraufhin poliert der Zahnarzt die Zähne, um einen erneuten Bakterienbefall zu verhindern. Das Polieren schützt den Zahn vor Ablagerungen und Keimen. Darüber hinaus kann der Arzt eine genaue Erklärung für die richtige Zahnreinigung geben und auf individuelle Problemzonen hinweisen.

Aber Vorsicht: Auch die professionelle Zahnreinigung, die einmal im Jahr durchgeführt wird, kann vor Entzündungen schützen.

Zahnfleischentzündung bei Kindern

Bedauerlicherweise können auch Kinder bereits von Gingivitis betroffen sein. Auch hier ist mangelnde Mundhygiene oft eine Ursache. Um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen, sollte das tägliche Putzen schon früh in die Routinen integriert werden. Die Behandlung der Gingivitis bei Kindern ähnelt sehr der bei Erwachsenen. Auch hier ist Hygiene das Allerwichtigste.

Unbedingt beachten: Nicht alle Mundspüllösungen sind für Kinder geeignet. Deshalb empfehlen wir betroffenen Familien stets einen  Zahnarzt aufzusuchen, um einen individuellen Therapieweg gemeinsam zu erarbeiten.